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18. Dezember 2015

SAFE-HUB in Berlin

AMANDLA kommt der Vision von einem globalen Netzwerk von Safe-Hub Bildungszentrum ein Stück näher. In Berlin soll gemeinsam mit der Oliver Kahn Stiftung der erste Safe-Hub errichtet werden, um Kindern und Jugendlichen bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, auch in Bezug auf die Flüchtlingssituation, wird das Safe-Hub Modell immer relevanter, vor allem in Vierteln, die bereits heute sogenannte „Problemviertel“ darstellen.

Der Berliner Stadtteil Wedding, ist eines dieser sogenannten Problemviertel. In der Bezirksregion Berlin/Wedding gehört Kinderarmut (68% der Kinder) zum Alltag. Zwei Drittel der Kinder weisen bei der Einschulung große Sprachdefizite auf und durch Übergewicht verursachte Gesundheitsprobleme sind allgegenwärtig. Zudem ist jede 6te Person im erwerbsfähigen Alter (15-65 Jahren) arbeitslos gemeldet – Tatsachen, die unsere Annahme bestärken, dass ein zusätzlicher Förderbedarf vorhanden ist. Der Entwicklungsindex der Bezirksregion Wedding Zentrum ist sehr niedrig, d.h. es besteht eine sehr hohe Dichte an sozialen Problemen mit einer negativen Entwicklungsperspektive. Alle Einwohner der Bezirksregion leben in einem Viertel mit stadtentwicklungspolitischem Interventionsbedarf.

Im Zentrum unseres Handelns am Safe-Hub in Berlin/Wedding stehen damit die Themen „Integration“, „Zukunftsperspektiven für einheimische und geflüchtete Jugendliche schaffen“ und „Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen“. Der Safe-Hub soll im Wedding die Infrastruktur für eine integrative Plattform bieten, die sektorenübergreifend zur sozialen Entwicklung und Ausbildung von Perspektiven von Kindern und Jugendlichen beiträgt. Gemeinsam mit bereits aktiven Akteuren wie der Himmelbeet gemeinnützige GmbH soll eine zentrale Anlaufstelle für junge Menschen entstehen, an der Kinder und Jugendliche ganzheitlich gefördert werden und ihre Potenziale frei entfalten können. Über vielseitige Sport- und Freizeitangebote entsteht dort ein ganzheitlich wirksames Bildungs- und Förderangebot für Mädchen und Jungen jeglicher sozialer Herkunft, ob geflüchtet oder einheimisch. Best-practice Organisationen, Bildungseinrichtungen, lokale Unternehmen und staatliche Institutionen werden ein eng verknüpftes, innovatives Fördernetzwerk bilden.

Nachdem nun der Standort gesichert ist, werden wir das neue Jahr nutzen, um die nötigen Partner mit an Bord zu bekommen, die mit uns dieses ambitionierte Vorhaben umsetzen werden sowie inhaltlich mit uns an der Übertragung des Safe-Hub Konzepts mitwirken. Gemeinsam mit unserem langjährigen Kooperationspartner, der Oliver Kahn Stiftung, freuen wir uns auf diese Herausforderung und werden unser Bestes geben, um auch in Deutschland den Jugendlichen die Chance zu geben, ihre Träume zu verwirklichen.

Hintergrund

Derzeit sind etwa 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, die höchste Zahl, die das UN Flüchtlingshilfswerk jemals verzeichnet hat. Kinder machen davon circa die Hälfte aus. Bei der Integration der Kinder und Jugendlichen spielt das Bildungssystem eine Schlüsselrolle. Die OECD hat vor kurzem eine Studie zu Bildungschancen herausgegeben und fordert darin Regierungen auf „anhaltende Ungleichheiten im Bildungssystem zu adressieren…damit jedes Kind dieselben Chancen im Leben erhält.“ Auch vor diesem Hintergrund freuen wir uns, verkünden zu können, dass unser erster Safe-Hub außerhalb Südafrikas sich langsam aber sicher vom Traum zur Realität entwickelt.

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